Natur & Umwelt

Bäume sind für uns selbstverständlich, so selbstverständlich, dass wir uns kaum um sie kümmern, und wenn sie stören, holzen wir sie ab. Sie wachsen ja wieder – irgendwo. Doch genau hier liegt ein schwerwiegender Gedankenfehler. Die Leistung, die ein alter, großer Baum für die Menschen und Tiere erbringt, ist so immens, dass sie nur durch sehr umfangreiche und kostenintensive Neupflanzungen zu ersetzten ist. Bei den von uns verursachten Umweltschäden können wir es uns nicht leisten, auf Bäume zu verzichten.

Wusstest du eigentlich, dass Gehölze zu den Lebewesen mit der höchsten Lebenserwartung gehören? Und dass die älteste Eiche Deutschlands etwa 1400 Jahre alt sein soll!

Außerdem ...

... spenden Gehölze Schatten und sorgen für Kühlung und ein angenehmes Kleinklima.
... speichern Gehölze Wasser und regulieren den Grundwasserspiegel und die Luftfeuchtigkeit.
... bieten Gehölze Wind-, Sicht- und Lärmschutz und schützen vor Erosionsschäden.
... sind Gehölze Lebens- und Schutzraum für eine Vielzahl von Lebewesen.
... liefern Gehölze Roh- und Brennstoffe.
... steigern Gehölze das menschliche Wohlbefinden durch ihre Blüten-, Farben- & Formenvielfalt.
... bereichern Gehölze mit ihren Früchten unsere Ernährung.
... steigern Gehölze die Attraktivität der Kommunen und der Region.

Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema in der deutschen Baumschulbranche. Durch zahlreiche Maßnahmen wird alles unternommen, um die Gehölze so umweltverträglich wie möglich zu produzieren. Doch Baumschulen praktizieren nicht nur Nachhaltigkeit in der täglichen Arbeit, sie produzieren auch die nachhaltigsten Produkte! Gehölze sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Gestaltung unseres Lebensraumes.

Stadtklima

Wie lässt sich der Nutzen von Bäumen quantifizieren? Um dies zu ermitteln, werden Statistiken zu Rate gezogen und dank der Ergebnisse des Programms BETULA (Benefits of Trees in Urban Landscapes) stehen Zahlen zu 100 verschiedenen Baumarten zur Verfügung. Entscheidend bei der Nutzenberechnung sind dabei die Faktoren Durchmesser der Krone und Durchmesser des Stamms in Brusthöhe (DBH). So kann eine Rotbuche mit einem Stammdurchmesser von einem Meter elfmal so viel Feinstaub aus der Umgebungsluft filtern wie eine junge Rotbuche mit einem Stammdurchmesser von nur rund 20 Zentimetern.

Ein ausgewachsener Stadtbaum übernimmt somit die Arbeit von rund elf jungen Bäumen der benannten Art und Größe. Konkret bedeuten dieses Zahlen letztlich: Eine Buche mit einem Stammdurchmesser von einem Meter filtert die Feinstaub-Jahresemission eines PKW (rund 0,067 Gramm pro Kilometer) mit einer jährlichen Laufleistung von 20.000 km aus der Luft. (Quelle: Die Grüne Stadt)


Naturschutz

Ebenso die Schönheit, Eigenart und Vielfalt von Natur, Landschaft und Wohnumfeld. Wichtigste Aufgabe des Naturschutzes ist der Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt. Denn werden die Lebensräume von Pflanzen und Tieren zerstört, ist ihr Überleben akut in Gefahr. Zudem soll die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts geschützt und erhalten werden.

Jedes Jahr wird in der Bundesrepublik eine Fläche so groß wie der Bodensees neu verbaut. Die meisten dieser Baumaßnahmen hinterlassen deutliche Spuren in der Landschaft. Diese Schäden müssen wieder ausgeglichen werden. So regelt es das Bundesnaturschutzgesetz.


Recycling


Ob Mensch, Tier oder Pflanze – sie alle erhalten die Energie, die sie für ihre Lebensprozesse brauchen, von der Sonne. Doch als einzige Lebewesen sind Pflanzen in der Lage, ihre Nahrung selbst herzustellen – dank Fotosynthese.

Der komplexe biochemische Prozess ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Denn dabei produzieren Pflanzen nicht nur ihren Nährstoff, das Traubenzucker, sondern vernichten gleichzeitig Kohlendioxid und erzeugen den für uns Menschen lebensnotwendigen Sauerstoff.


Fotosynthese

Vereinfacht lässt sich der komplexe Vorgang so beschreiben: Mit Hilfe des grünen Blattfarbstoffs – auch Chlorophyll genannt – nehmen Pflanzen Licht auf. Gleichzeitig gelangt über Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter Luft in deren Inneres. Mit ihren Wurzeln saugen Pflanzen mineralienhaltiges Wasser an. Zusammen mit dem Kohlendioxid aus der Luft bilden sie daraus Sauerstoff, den sie an ihre Umwelt abgeben. Dabei entsteht außerdem Traubenzucker, den Gehölze in alle Pflanzenteile weitertransportieren. Sie bilden aus diesem „Powerstoff“ nicht nur Holz, Rinde und Blätter, sondern auch Samen für neue Pflanzen.

Das aufgenommene Wasser wird über die Blätter verdunstet. Beim Übergang in die kalte Jahreszeit setzen Bäume ihren Stoffwechsel regelmäßig auf Sparflamme: Chlorophyll wird nicht mehr gebildet, die Blätter verfärben sich. Weil im Winter die Wurzeln aus der gefrorenen Erde nicht mehr so viel Wasser aufnehmen können, wie die Blätter verdunsten, hat die Natur eine ökonomische Lösung gefunden: Bevor Gehölze austrocknen und Blätter Frostschäden erleiden, wird die Belaubung kurzerhand abgeworfen.


Park und Wald


Besonders deutlich werden die Leistungen der Gehölze, betrachtet man die Funktion der Parks und Wälder einmal genauer. Sie sind nicht nur „grüne Lungen“ für ganze Landstriche, sondern reinigen unsere Atemluft effektiv, weil die hohen Kronen der Waldgehölze den Wind ausbremsen: Staubpartikel aus der Luft fallen zu Boden, werden mit dem nächsten Regen ausgewaschen und im Humus gebunden.

Auch in den Städten leisten die Gehölze positives. Es ist erwiesen, dass in begrünten Straßenzügen das Kleinklima besser, der Feinstaubgehalt geringer und die Lebensqualität höher ist, als an unbegrünten Verkehrswegen.


Rohstoffe

Hast du schon mal nachgedacht, für was Gehölze alles den Rohstoff liefern? Klar – Holz ist der Ausgangsstoff, um Möbel zu produzieren und wird zum Bau von Häusern verwendet. Nehmen wir zum Beispiel die Buche, übrigens die wichtigste Laubholzart in Deutschland. Jeder hat auf ihr schon einmal Platz genommen. Denn: Die meisten Stühle sind aus Buchenholz gefertigt. Ihr Holz wird außerdem zum Bau von Treppen und Parkettfußböden verwendet, für Werkbänke, Kochlöffel, Spielzeug, Bahnschwellen, Haarbürsten, Kämme und vieles mehr. Als Spezialholz gilt das Holz der Esche. Da es sehr biegfest ist, werden zum Beispiel Turn- und Sportgeräte daraus hergestellt. Außerdem ist es stoßfest und eignet sich damit sehr gut als Gerätestil für Werkzeuge. Holz ist Brennstoff- und Energielieferant. Als erneuerbare Energiequelle wird Holz von der Natur ständig „nachgeliefert“ und ist dabei weitgehend CO2-neutral.

Harz ist ein weiterer wichtiger Rohstoff: An der eingeschnittenen Rinde von Bäumen kann der klebrige Grundstoff abgezapft werden und dient der chemischen Industrie als Grundstoff zum Herstellen von Lacken und Terpentin. Aus der Baumrinde der Kastanie beispielsweise, können Gerbstoffe für die Lederproduktion gewonnen werden: Die Rinde wird zerkocht, die Tierhäute in dem Sud eingelegt und durch einen chemischen Prozess schließlich in Leder verwandelt. Auch in der Medizin kommen die Produkte von Gehölzen zum Einsatz: Tee aus den Blüten der Linde beispielsweise ist ein bekanntes und wirkungsvolles Hausmittel gegen Erkältungen. Papierfabriken verarbeiten entrindetes Holz zu Zellstoff, aus dem unser Papier gepresst wird. Und nicht zu vergessen: Viele Produkte von Sträuchern und Bäumen gehen auch durch den Magen. Was wäre das Leben ohne Pflaumenkuchen, Apfelsaft und Brombeermarmelade!


Artenschutz

Weltweit gibt es 650 Nadelbaumarten. Noch reicher ist die Artenvielfalt der Laubbäume. Doch seit ungefähr 100 Jahren nimmt diese grüne Vielfalt ab. Ursache dafür ist der Verlust vieler Pflanzenstandorte durch den Bau von Straßen, Siedlungen und Industriegebieten.

Ein Beispiel: Das Vorkommen der Heidelbeer-Weide ist in Deutschland auf Moore in Oberbayern beschränkt. Seit diese Moore entwässert wurden, hat die Weidenart ihren Standort verloren. Sie kommt heute nur noch in einigen Restbeständen vor.


Biotop

Tiere und Pflanzen leben in Lebensräumen zusammen. Ein wichtiges Prinzip der Ökologie ist, dass diese Gemeinschaften nicht zufällig entstehen. In so genannten Biotopen leben diejenigen Vertreter aus Flora und Fauna zusammen, die sich besonders gut ergänzen und voneinander profitieren. Weil in einem Biotop immer die selben Umweltbedingungen herrschen, unterscheidet es sich meistens klar von seiner Umgebung. Und: Im Biotop leben zahlenmäßig mehr unterschiedliche Arten als Vertreter einer Art zusammen. Indem Baumschuler mit ihren Gehölzen dazu beitragen, Biotope zu erhalten und neu zu schaffen, tragen sie auch zum Schutz von Tieren bei. Wie? Hier einige Beispiele:

Nehmen wir an, in einer Baumschule wurde eine Linde herangezogen. Inzwischen ist sie in einem Garten am Rande einer Großstadt zu einem stattlichen Baum herangewachsen. Rabenkrähen, Elstern und Rotkehlchen, die in der Umgebung leben, nutzen sie als Ruhe- und Brutplatz, Singvögeln wie den Meisen dient sie zudem als Nahrungsspender. Alte Alleebäume – manchmal weit über 50 Jahre alt – sind der Lebensraum zahlreicher Schmetterlings- und Spinnenarten. Allein an schleswig-holsteinischen Straßenbäumen vermehren sich mehr als 400 bodenständige Wirbellosen-Arten.


Wir für die Umwelt!